Posts tagged ‘Urbane Überraschungen’

21. September 2010

Lebenszeichen

Schon ein paar Tage alt mittlerweile, dennoch nicht weniger lesenswert ist für manch einen vielleicht das Interview mit uns in der aktuellen Indigo.

Diese gibt’s natürlich in allen gut bekannten Orten kostenlos zum mit nach Hause nehmen und selbstverständlich ganz zeitgemäß als Bildschirmvariante zum kostenlosen Download auf indigo.cc

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22. Juli 2010

Stellungnahme II

Was in Wolfsburg nichts kostet ist nichts wert?
– Kommt Kunst von Kosten?

Eine der ersten Fragen ist auch für uns: „Ist es überhaupt Kunst“
Wir fragen uns tatsächlich selbst, ob unsere „Ausstellung“ überhaupt Kunst ist.
Für die Stadtverwaltung jedenfalls scheint die gesamte Installation lediglich eine spontane Ansammlung von Altpapier gewesen zu sein.
Wir jedoch stellen uns tatsächlich auch die große „ganze Frage [nach] der Möglichkeit, dass jedermann nun seine eigene besondere Art von Kunst, seine eigene Arbeit, für die neue soziale Organisation“ artikulieren kann (J. Beuys, 1974).
Wo fängt denn Kunst an und wo genau hört sie auf?
Ist es Kunst, öffentliche Gebäude mit Langzeitfolgen einfach nach eigenem Ermessen zu bemalen?
Ist es schon Kunst, 7000 Bäume im öffentlichen Raum zu pflanzen?
Ist es Kunst, für einen Abend eine stillgelegte S-Bahn-Station in einen Kinosaal umzufunktionieren?
Ist es Kunst, ca. zwei Meter unterhalb der Raumdecke fünf Kilogramm Butter zu platzieren?
Ist es schon Kunst, Gedichte an Bänken im öffentlichen Raum anzubringen?
Ist es Kunst, bei sich zu Hause etwas auszustellen und nach Einladung der Öffentlichkeit darauf zu hoffen, dass eine unbestimmte Anzahl unbekannter Menschen zu einem nach Hause kommt, um sich nicht nur von seinen eigenen Freunden für seine Kunst „feiern“ lassen zu können.
Kommen denn dann auch die üblich verdächtigen Wolfsburger Kulturnutzer?
Und kommen dann auch ganz spontan Passanten vorbei, um sich einfach mal umzuschauen in der „jungen Wolfsburger Künstlerszene“? Und um Teil zu haben an der Wolfsburger Kultur? Revolution sieht in unseren Augen etwas anders aus.
Als Guerilla-Kultur, im Rahmen der Legalität, bezeichneten wir die „Urbanen Überraschungen“ selbst, aber gar zu Stadtguerilleros wollen wir jetzt nicht mutieren, deshalb belassen wir unser Waffenarsenal bei Papier und Feder.

Und natürlich freuen auch wir uns sehr darüber, dass nicht nur in den „üblichen Institutionen“ eine Diskussion über Kunstformen stattfindet, sondern sich, nicht nur seit Montagmorgen, auch die Wolfsburger Bürger intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen.
Gerade von dieser Seite, dass müssen wir dann doch mal zugeben, melden sich nicht nur auf unserem Blog und in unserem e-Mail-Postfach viele positive Stimmen zu Wort. Auch in der Wolfsburger Nachrichten war heute nicht nur die Meinung der Stadtverwaltung zu lesen, sondern auch der Brief einer Leserin.
Wir verfolgen selbst Debatten über Kultur, insbesondere die in unserer Heimatstadt.
Dabei stellen wir immer wieder fest, dass es schon viele Leute gibt, die sich für Kultur interessieren und immerhin auch recht viele, denen dieses Interesse so wichtig, sich in Form von Leserbriefen an
einer öffentlichen Debatte zu beteiligen.
Dabei stellten wir schon oft fest, dass die aufgestellten Kunstwerke meistens eher auf Unverständis stoßen. Werden auch diese Kulturnutzer im Kulturentwicklungsplan mit einbezogen? Kennen Sie diesen überhaupt, weil sie zufällig eine der beiden Lokalzeitungen abonnieren und täglich jeden Artikel lesen? Und haben Sie es dann geschafft, sich durch die Homepage der Stadtverwaltung zu kämpfen um sich besagtes pdf-Dokument herunterzuladen, um dann unter anderem Fragen nach der Wolfsburger Infrastruktur zu beantworten?

Auf jeden Fall sind beruhigt darüber, dass die Stadtreinigung nicht umsonst arbeitet, denn durch die entstandenen Kosten ist unser Kunstwerk ja dann doch noch etwas wert.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit die wir uns genommen haben,

Die Gruppe Rehlachs

20. Juli 2010

Stellungnahme

„Wir beißen auf Granit“

Wir haben endlich mal alle ausgeschlafen und können mit etwas Distanz auf unsere Aktion zurückblicken.
Zu aller erst möchten wir uns bei all denjenigen bedanken, die gestern und heute über Links unsere Seite im Internet verbreitet haben. Besonderer Dank geht natürlich an jeden, der uns hier einen Kommentar hinterlassen hat. Bis jetzt sind wir leider noch nicht dazu gekommen zu antworten.

Wir freuen uns sehr darüber, dass wir heute in beiden lokalen Zeitungen zu finden waren.
Doch.
Wir distanzieren uns hiermit ausdrücklich und in aller Öffentlichkeit von „den Schmierereien am Sara-Frenkel Platz“! Da wir für jeden Interessierten größtmögliche Transperenz schaffen möchten, legen wir folgendes offen;
Wir haben den Artikel „Der Rehlachs ward geschossen“ an die Stadtverwaltung und an die Redaktionen der WN und WAZ geschickt. Die Wolfsburger Nachrichten hat in dem Zug ein Interview mit dem Pressesprecher der Gruppe Rehlachs geführt. Die Wolfsburger Allgemeine Zeitung hat sich nicht bei uns gemeldet!
Unserer Ansicht nach wurde also von der WAZ nicht im Entferntesten recherchiert, aufgrund des erschienen Artikels haben wir sogar Grund zu der Annahme, dass sie die Seite, auf die sie verweisen, nicht einmal selbst besucht haben.
Wir haben vorher noch nie von diesem Vandalismus gehört, konnten im Internet nichts dazu finden und heißen eine solche Tat in keinster Weise gut!

Bisher hat sich auch die Stadtverwaltung nicht mit uns in Verbindung gesetzt. Sie gibt nur durch Frau Elke Wichmann bekannt, dass wir als Verursacher die Reinigungskosten in Rehnung gestellt bekommen werden.
Dies ist in unseren Augen aus zwei Gründen überzogen.
Erstens sehen wir die Installation in keinster Weise als Verschmutzung an. Die Stadtreinigung wäre wohl so oder so am Montagmorgen gekommen um den tatsächlichen Dreck vom Wochenende zu beseitigen. Wir stellen uns ernsthaft die Frage, ob nun jeder Passant, der seinen Müll nicht richtig entsorgt, strafrechtlich belangt werden soll!
Zweitens haben wir ausdrücklich erklärt, das die Demontage durch uns selbst am Abend stattfinden wird. Wir brachten sogar Hinweise für die Mitarbeiter der Stadtreinigung an den Mülleimern an.

Obwohl von der Ausstellung am Montag nicht mehr viel gefunden werden konnte, freuen wir uns über die Aufmerksamkeit, die dieser Blog hier auf sich zieht. Weiterhin rufen wir dazu auf, uns weiter zu schreiben.

Bis jetzt verbleiben wir innerhalb der Gruppe in vollkommender Anonymität, was vielleicht auch der Grund dafür ist, dass die WAZ uns fast schon als eine Art von Terroristen darstellt.
Dies machen wir weiterhin nicht, weil wir nicht zu unserer Aktion stehen, oder weil wir Angst vor der Strafverfolgung aufgrund unseres „Vandalismus“ hätten, sondern weil wir anfangs ein Gruppenprojekt schaffen wollten. Das Ziel von uns allen als Individuen war es, ihr eigenes „künstlerisches Schaffen“ von ihrem Namen und von ihrem Narzissmus zu trennen.
Man wird sich sicherlich irgendwann outen müssen, vor allem wenn man in der Öffentlichkeit ernst genommen werden möchte.

Unabhängig von der Reaktion der Stadt planen wir weitere Aktionen. Wir wollen weiterhin „junge Leute [die] keine Räume haben, um sich bunt, spontan und unorthodox künstlerisch zu artikulieren“ fördern und aufrufen, unserem Beispiel zu folgen.
Wir haben diese Idee im Kopf. Wir wollen ein Forum schaffen. Und wir wollen weitermachen.

Wir haben hier den Link zu dem in den Wolfsburger Nachrichten erschienen Artikel veröffentlicht. Die Wolfsburger Allgemeine Zeitung hat ihren Artikel über uns leider nicht im Internet für die Öffentlichkeit freigegeben:

Die Kunst-Guerilla schlägt zu