Texte aus „re-lachs Rehloaded“

Manchmal kommt es von ganz alleine
manchmal kommt es garnicht
manchmal nur in zufälligen Abschnitten.
Wer die Augen verschließt jedoch, wird es nicht sehen,
nicht sehen, dass es oft garnichts zu sehen gibt,
dass sich sich manchmal garnicht zu sehen lohnt
und das man doch im Rückblick mehr sieht als man sehen wollte.
Wer die Augen verschließt kann die Wunder der Existenz nicht erkennen.
Doch wer kann es ihnen verdenken, so unheimlich schwierig sie doch zu finden sind.
Auf dem Weg zu einem Wunder, noch so klein, erfährt man meistens viele, noch viel größere Wunder, ohne sie wirklich warzunehmen, auch wenn man sie noch so sehen möchte.
Man wird blind wenn man zu lang in die Sonne schaut und man wird taub wenn man jedem über den Weg traut.
Was ist es, das uns antreibt?
Eine unsichtbare Macht, eine Aura des Lichts und der Dunkelheit zugleich.
Jeder trägt es in sich, dieses Mark.
Gut und Böse, stark und schwach, genial und debil.
Der pure Ausdruck jeglicher Dualität liegt vereint in jedem Einzelnen von uns verborgen.
Doch verschließen wir auch nicht davor die Augen, um lieber nur gut und nur genial zu sein? Nutzen nur den halben Antrieb um unsere Wahrheit zu finden.
Doch kann das überhaupt erfüllend sein? Kann das überhaupt die Berdürfnisse befriedigen, derer die sie hinterfragen?
Der Drang ist der Antrieb; stetig vorwärts eilend in einem Sog aus Wut, Missmut und Versuchung.
Stets mit dem Schulterblick zurück auf unsere Errungenschaften und Misserfolge.
Was bleibt das unterm Strich übrig?
Genug um sich weiter treiben zu lassen, zu wenig um aufzugeben, zu viel um an ein besseres Ende zu glauben?
Gibt es eine Summe aus unserem Erlebten, die uns glücklich, oder zumindest befriedigt sein lässt, oder ist der Gedanke an Glück und Befriedigung nur ein Schein um zu verdecken was wirklich von Bedeutung ist?
Ist es nicht die Freiheit seines tuns die entscheidend ist?
Fehler sind mit einkalkuliert, ja sogar erforderlich.
Finde deinen Frieden, bereue nicht was du tust, alles hat einen Sinn, es ist nur an uns diesen zu definieren, individuell und ehrlich.

Bloße Heimat, graue Stadt

Als bloße Sichel steht mir nur der Mond
Als einzig´ Licht, lauf schnell hinaus auf weite Flur
Flüchte weiter vor dem Bild das ich gewohnt
Hinaus ins Dunkle, folg´ dem Licht nur, stur

Dies Grau in Grau welch hinten liegt
Alsbald vergessen im Galopp
Während neues mir vorbeirauscht, fliegt
Gibt heut´ Nacht mehr keinen Stopp

Der Mond vergeht und in mir singt
Das alte Lied der tiefen Trauer
Um die Heimat, um das Weh welch Ferne bringt
Und um jede noch so graue Mauer

Stets gedacht ich wäre klüger
Und sehnt´ mich nicht nach dieser Heimat
Die mir seit Jahren ach so über
Und im Dämmern steh in in der grauen Stadt

Pamphlet an die Obrigkeit und alle anderen

Ihr macht doch den Namen
Der einst unser werden sollt,
Erst zu all der Angst in euch
Zu all Erwartungen und Narben
Macht ihn stets zu dem, was ihr nur hören wolltet
Obgleich wir nur den Namen gaben
Dem, was noch nicht war, doch hierdurch werden sollte
Dem, was unser Ziel war unter gleichen Fahnen
Unsre Herzen einte, unsre Sprache
Auf der Straße, unbeachtet all den Farben,
Die uns fehlten. Unbeachtet all den Gründen,
Die wir suchten.
Jetzt bricht Schaum aus allen Mündern
Bricht der Zorn, der Neid, Respekt noch allendhalben
Auch aus denen, die immer schon nur Namen suchten
Immer schon den einen, der es vorher wagt, verfluchten
Die, die Furcht in solchen Namen mitschwingen glaubten
Mit Verlaub, was wir uns einst erlaubten
Ist nicht mal Wurf zu dem, was wir scheinst sind
So bleibt ein Name unerreicht durch Namensgeber
Unerreicht für den, den er beschreibt, doch jeder
Der sich angesprochen fühlte, verliert sich bald im Wind
der Wiederkehr

Das Möbiusband der Natur

Wenn sich das Undefinierbare vom Alten labt und etwas Neues entsteht so sind das nur Wortfragmente, künstliche Differenzierungen;
Auseinandersetzungen mit einem Leben, soweit von einem Gemeinsamen entfernt, dass wir jeden Tag aufs Neue darum kämpfen müssen unsere verschrobene Sicht ins Gesamtfutter der kommunikativen Gesellschaft hineinzupressen.
Wie viel dabei doch abgeschnitten wird und wie viel Verstümmelung ich mir antue…
Dieses Möbiusband der Natur einzufangen ohne es in die Schranken der eigenen Gedanke einsperren zu müssen ist, wenn überhaupt, nur mit dem Herzen und der Seele möglich.
Dieses Jenseits des Diskursiven, welches so oft als unendliches Meer beschrieben wird und allenfalls über den künstlerischen Ausdruck vermittelt werden kann.

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